1996 wurde das Ars Electronica Center in Linz eröffnet: Das Ziel war und ist Zukunftstechnologien heute sicht- und erfahrbar zu machen. Immer wieder, vor Allem 2009 als Linz Kulturhauptstadt Europas war, das Center ausgebaut. Manche Exponate sind zwar schon ein paar Jahre alt und wie die gedankengesteuerten Prothesen im Alltag angekommen – aber trotzdem erscheinen Sie noch wie die Zukunft. Und das ARS ELECTRONICA FESTIVAL thematisiert jährlich die Zukunft. Und diese Zukunft wird noch Dinge bereithalten
Max Schrems und Malte Spitz? Noch nie von den Beiden gehört? Mit Neugier, Hartnäckigkeit und KnowHow haben die Beiden uns einen Dienst erwiesen: Sie haben genauer hingeschaut wie Daten gesammelt und verwertet werden. Und das ganz praktisch und nicht theoretisch. Ein “Lohn”: Beide sind als Person und Themenanker in der Ars Electronica Ausstellung “Außer Kontrolle” vertreten:
Der Jurist Max Schrems wurde bekannt durch seine Auseinandersetungen mit facebook. So schickte facebook ihm alle über ihn dort gespeicherten Daten zu – ein Recht das man übrigens selbst wahrnehmen kann. Mit der Gründung von europe-v-facebook.org strengt er Verfahren gegen facebook an: Maßgeblich durch diese Aktivitäten setzte sich der EuGH Generalanwalt sehr kritisch mit Facebook, Safe Harbor und den NSA-Aktivitäten auseinander.
In einer Art “Max Schrems Puzzle” ist visualisiert und haptisch erfahrbar, welche Daten und welche Datentypen im Spiel sind wenn man online unterwegs ist.
Malte Spitz ist Grünen-Politiker: Er wollte (und will immer noch) wissen, wer welche Daten über ihn speichert. Und fordert die Herausgabe dieser Daten ein. Mit den von T-Mobile eingeklagten Daten visualisierte er “Sechs Monate im Leben des Malte Spitz“, was man auf der Ars Electronica gut sehen kann. Auch sein Buch „WAS MACHT IHR MIT MEINEN DATEN?“ ist sehr interessant und hat noch viel mehr Beispiele wer was wie über ihn (und damit auch Dich und mich) sammelt.
PS: Auch in der Ausstellung “Außer Kontrolle” ein großer Bildschirm mit www.flightradar24.com, das weltweit Flüge anzeigt (inkl. Maschinentyp, Flughöhe…) – interessant, und unheimlich wenn man beobachten kann wie Familienangehörige gerade am anderen Ende der Welt landen…
Wenn Roboter menschliche Züge haben oder aussehen wie Streichelpuppen, dann bekommt der Kontakt zu einem Menschen eine seltsame Qualität. Zwei Beispiele sind im Ars Electronica Center zu sehen. Einmal der Telenoid von Hiroshi Ishiguro aus dem Jahr 2010 – ein etwas unheimlicher “Telepräsenzroboter”.
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